Klare Worte

Klare Worte … dachte ich jedenfalls. 😅

Breathwork-Session gestern in Merklingen bei Weil der Stadt. Die Sonne schien, der Raum war voller Energie, die Teilnehmer*innen lagen entspannt auf ihren Matten – und ich mittendrin, mit scheinbar glasklaren Anweisungen.

Mitten in der Session winkt mich eine Teilnehmerin zu sich: starke Krämpfe, sehr unangenehm, sagt sie. Ich höre sie atmen – und denke: „Alles gut, sie ist voll im bewussten verbundenen Atem.“
Also sage ich zu ihr: „Es ist wichtig, dass du jetzt durchatmest.“

Tja.
Was ich meinte: Dranbleiben! Weiter atmen, mit voller Intensität. Sich hindurchatmen durch das, was da kommt. Was sie verstanden hat: Runterfahren. Entspannen. Ruhiger atmen.
Und was hat sie gemacht? Genau das. Und siehe da: Die Krämpfe ließen nach.

In der Feedbackrunde haben wir’s dann gemeinsam bemerkt: Wir hatten zwei völlig unterschiedliche Realitäten – erschaffen durch ein Wort.
Ein einziges Wort. Und zwei komplett gegensätzliche Interpretationen.
Was für ein Aha-Moment. Was für ein Geschenk. 🙏🏼
Sprache kreiert Realität. Das wurde mir gestern wieder so bewusst wie selten.
Ich war mir zu 100 % sicher, dass meine Anweisung klar war. Sonnenklar!
Spoiler: War sie nicht. 😂
Und wie oft passiert uns das wohl im Alltag? In Gesprächen, Meetings, Beziehungen?
Vermutlich täglich.

Ich musste gleich an das tolle Programm Leading Future von Sonja Vollmer denken – das erste Modul widmet sich genau dem Thema: Sprache und Sprachmuster. Absolut empfehlenswert für alle, die führen – Menschen, Teams, Organisationen. (Hier entlang: https://myablefy.com/s/entwicklungsaktivisten)

Und zum Thema Breathwork noch eine kleine fachliche Einordnung:
Beim Bewusst Verbundenen Atmen atmest du tiefer und schneller als gewohnt – das kann körperliche Reaktionen wie Kribbeln, Krämpfe oder emotionale Wellen auslösen.
Völlig normal und sogar gewünscht.
Denn wenn du trotzdem weiteratmest, reguliert sich dein Körper von selbst, dein Nervensystem entspannt sich und tief sitzende Spannungen können sich lösen.
Das ist der Kern dieser Arbeit. Und es ist wunderschön zu erleben, was sich zeigen – und heilen – darf.

Ach, und die Teilnehmerin?
Die hat nach kurzer Pause wieder tief durchgeatmet und mit einem Lächeln weitergemacht.
Alles gut. Alles gesagt.
Oder zumindest: fast alles 😄

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